Psychotherapie wird meist als klinisches Verfahren verstanden: Symptome lindern, Konflikte aufarbeiten, Krisen begleiten. Doch man kann sie auch anders lesen – als eine moderne Schule der Souveränität, die im Kern nichts anderes tut, als uralte philosophische Einsichten in zeitgemäße Sprache zu übersetzen.
Das Prisoner’s Dilemma (»Gefangenendilemma) gilt als eine der eindringlichsten Metaphern für das menschliche Zusammenleben. Immer zu kooperieren ist naiv, endlos zu strafen ist zerstörerisch – klug ist, Maß zu halten und gelegentlich zu verzeihen.
Warum der Satz »Du kannst die anderen nicht ändern, nur dich selbst« toxisch wird, wenn man ihn absolut versteht.
In Zeiten unerschöpflicher Ratgeber, Coaching Videos und stoischer Lebensweisheiten könnte man meinen, seelische Stabilität sei nur noch eine Frage der richtigen Playlist.
Wie Pseudoindividualismus Kooperation ersetzt.
Das Fantasiegericht oder Warum wir uns vor Instanzen rechtfertigen, die es gar nicht gibt.
»Irgendetwas stimmt mit diesem Menschen nicht.«
Als Margarethe B. an einem Dienstagmorgen bemerkte, dass vor ihrem Haus ein Scheiterhaufen errichtet wurde, beschloss sie, sich Hilfe zu holen.